5 Romane, die dich zum Nachdenken bringen

Liest du gerne oder hältst du es für Zeitverschwendung? Ich bin der Überzeugung, dass man lesen lernen muss. Sich die Zeit nehmen, alles andere stehen und liegen lassen, die Ruhe finden: Das ist schwer, schließlich führen wir einen ständigen Wettkampf darum, wer am meisten zu tun und am meisten Stress hat. Gute Bücher helfen dabei, die Spannung zu halten. Bei diesen 5 Büchern bleibt dir gar nichts anderes übrig, als dabei zu bleiben.

1. Und die Nacht prahlt mit Kometen

Buch "Und die Nacht prahlt mit Kometen" von Ella Angerer

Ela Angerers zweiter Roman beschäftigt sich mit einer manipulativen und kontrollierenden Beziehung, die immer wieder in Gewalt gipfelt. Die Frage „Warum trennst du dich nicht einfach?“ wird nie gestellt, aber doch beantwortet. Die Hauptprotagonistin lässt sich Stück für Stück weiter erniedrigen und hofft durch Gegenleistungen darauf, endlich akzeptiert und geliebt zu werden. Stattdessen wird sie zu sexuellen Handlungen gezwungen, ignoriert die Beziehungen ihres Partners zu anderen Frauen, während sie selbst unter seiner krankhaften Eifersucht leidet. Ein Buch, das zum Glück ein Happy End hat.

2. Unterleuten

„Wir ziehen jetzt aufs Land, da kann man die Natur noch richtig genießen und die Menschen sind viel freundlicher!“ Wie oft habe ich diesen Satz schon von Städtern gehört. Er beruht auf ihrer Erfahrung mit Wochenendausflügen  das Landleben hat aber viel mehr Intrigen, Gewalt und Geheimnisse parat, als man vielleicht denken mag. Auch das Gefühl von Freiheit geht nicht automatisch mit dem Umzug aufs Land einher. Jede_r, der_die in einer Kleinstadt oder einem Dorf aufgewachsen ist, weiß, dass es das ärgste Kontrollzentrum sein kann. Mit diesem Irrglauben vom Land beschäftigt sich Juli Zeh in ihrem Roman Unterleuten. Es geht um Städter mit Illusionen, Anhänger des alternativen Bio-Lebensstils und eingefleischten Einheimischen. Wieder ein gutes Buch von Juli Zeh. Was kann diese Frau eigentlich nicht?

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3. Liebwies

Buch von Irene Diwiak "Liebwies"

Liebwies ist Irene Diwiaks Debütroman. Yippieh! Es ist auch ein gemeiner Roman. Warum? Das hässliche und halbblinde Mädchen vom Land kann wunderbar singen, aus ihrem Talent wird aber nichts, eben weil die Welt gemein ist. Eine andere kommt unverhofft zu Ruhm. Es wird also wieder bestätigt: Wenn du nicht der gängigen Schönheitsnorm entsprichst, hast du vom Leben nicht viel zu erwarten. Die interessanten Charaktere in diesem Buch sind die Nebencharaktere. Manche Bücher werden gegen Ende langweilig, dieses Buch entfaltet die eigentliche Schönheit erst zur Mitte hin. Und das sind ja auch die Themen des Buches: Wahre Schönheit, falsche Eitelkeit und innere Stärke.

4. Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war

Paulus Hochgatterer stellt Kinder und Jugendliche in den Vordergrund. Dazu ist er durch seinen Beruf als Psychiater, insbesondere der Spezialisierung auf Kinder- und Jugendpsychiatrie, natürlich prädestiniert. Wie in seinem Roman Wildwasser verleiht er den jugendlichen Protagonisten die Sprache, die ihren Problemen und ihrer Lebenssituation Rechnung trägt. Hauptprotagonistin von Hochgatterers aktuellem Roman ist die 13-jährige Nelli. Das Kriegsende steht kurz bevor, Nelli bereits durch einen Bombeneinschlag verwaist, wird von einer Bauernfamilie aufgenommen und kämpft mit der Eifersucht der leiblichen Kinder. Die Handlung spielt sich im Mosviertel ab, spannend wird sie durch die von Hochgatterer eingeführten Erzählebenen. Ein kurzer, aber guter Roman.

5. Swing Time

Buch Swing Time von Zadie SmithTja, vielleicht sollte man nicht Rezensionen und Lobeshymnen auf die Schriftstellerin lesen, bevor man ein Buch liest. In meinem Fall hat es leider dazu geführt, dass ich mir übersteigerte Erwartungen gemacht habe. Zadie Smith kann das, was sie tut, das steht außer Frage. Trotzdem sind die Charaktere in Swing Time eindimensional und platt gestaltet. Es geht um zwei Freundinnen, die beide aus ähnlichem Milieu stammen, die gleiche Hautfarbe haben und sich dadurch und durch ihre Liebe zum Tanz zusammengehörig fühlen. Stereotype Figuren werden eingeführt. Da gibt es die Intellektuelle, die eine schlechte Mutter ist und nicht kochen kann. Den einfach gestrickten Briefträger, der seine Ex-Frau nach der Scheidung jahrzehntelang anhimmelt. Den selbstverliebten Popstar, der sich mit Geld alles erkauft. Diverse dumme Assistentinnen, die nur zum E-Mail schreiben zu verwenden sind. Und natürlich die armen Afrikaner, die für eine Einreise nach Europa alles machen. So sind die Charaktere in Swing Time; überspitzt gesagt. Die Handlungsstränge  abwechselnd wird von der Vergangenheit in die Zukunft gewechselt  laufen am Ende geschickt ineinander. Wenn da nur nicht diese absolut vorhersehbaren Figuren wären.



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