Faire Mode für Plus Size? Leider Nein!

Ich wollte einen Beitrag schreiben für all meine Freundinnen, die mehr als Größe 38/40 haben und Wert auf Fairness in der Modebranche legen. Natürlich wollte ich wieder mal beweisen, dass es auch in diesem Segment coole Plus Size Mode gibt. Tja, dabei sind einige Probleme aufgetaucht!

Grau, Schwarz, weit

Drei Adjektive, die meine Recherche wohl am besten beschreiben. Viele Hersteller bieten zwar offiziell „Mode für große Frauen“ an, wenn man die Online Shops durchstöbert, handelt es sich da aber eher um Einzelteile. Das heißt, es gibt meistens eine graue Weste, ein schwarzes Top und ein dunkelblaues Wickelkleid. Das war’s! Beste Voraussetzungen für Frauen Mitte 20, um sich wie die eigene Oma zu fühlen.

Mittlerweile hat die kommerzielle Modebranche schon erkannt, dass sich Frauen mit Größe 44+ nicht unbedingt in weiten Tunikas verstecken wollen. Das ist allerdings in der fairen Modewelt noch nicht ganz angekommen, denn es geht den Leuten aus der Branche meist darum, zeitlose Kleidungsstücke zu schaffen. Solche Kleidungsstücke, die einfach nie aus der Mode kommen.

Ich finde, Mode ist auch dazu da, aus der Mode zu kommen. Natürlich ist maßlos shoppen keine Lösung, aber Mode darf Spaß machen und da ist „grau, schwarz, weit“ einfach fehl am Platz!

Leider kämpfen gerade faire Modelabels stärker um ihr Überleben als rein profitorientierte. Da ist es vermutlich rentabler, sich zuerst auf Kleidung in den Größen 36-40 zu konzentrieren. Wobei man dieses Argument ja immer wieder um die Ohren geknallt bekommt und ich es fragwürdig finde. Die durchschnittliche Konfektionsgröße von Frauen im deutschsprachigen Raum liegt bei 42, wie kann das dann unrentabel sein, diese Kleidung herzustellen?! Die Göttin des Glücks war eine der Pionierinnen in der fairen Modebranche und hat auch Kleidung in Größe 44 verkauft. Leider ist damit nun Geschichte, denn die Göttin musste Konkurs anmelden. Ein weiteres Beispiel dafür, wie schwierig es selbst anerkannte Unternehmen in diesem Bereich haben.

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Wo bleibt die fetzige Mode?

Solange es coole faire Mode nicht auch in Größe 42 aufwärts gibt, werden junge Frauen selten zugreifen. Eine bessere Möglichkeit ist es, Second Hand Mode online zu kaufen. Kleidertauschparties sind eher schwierig, da es meiner Erfahrung nach sehr viel in den Größen 34, 36 und 38 gibt, nicht jedoch 40 und darüber. Ich gebe also zu: Es muss sich noch sehr viel tun, bis faire Mode wirklich attraktiv für alle Frauen wird! Aber ich predige ja immer von den kleinen Schritten und die kann wirklich jede_r gehen und wenn das nur heißt, nicht jedem Angebot hinterherzujagen.

Faire Plus-Size Labels

Hier habe ich eine Liste an Marken zusammengetragen, die Kleidungsstücke über Größe 40 verkaufen. Es sind größtenteils Marken, die ich selbst gerne trage. Auffallend ist allerdings, dass es nur zwei Marken gibt  enna Plus und Maas Natur mit Größen über 46 hinaus.

ArmedAngelsbis Größe XLwenige Stücke in XL
enna Plusbis Größe 52„grau, schwarz, weit“, aber für Jeans brauchbar
hessnaturbis Größe 46etwas altbacken, aber mit Highlights
Jan ’n Junebis Größe XLCooles Label, leider wenig große Größen
KollateralschadenPullover bis 3XL, Kleider bis XL
KomodoBis Größe 44Nur wenige Stücke 42+
Laniusbis Größe 42/44mittleres/gehobenes Preissegment
Lovjoibis Größe XLminimalistisch, modern
Maas NaturBis Größe 48Altbacken, einige Highlights
Nu JeansBis Größe 46Jeans bis 44/46
Thokk Thokkbis Größe XL
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Beitragsbild: Adobe Stock/Anastasia



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