Günstig durch Island

Oh ja, nach Island wollen jetzt alle. Und mindestens genauso viele seufzen darüber, wie teuer es ist. Vor einem Jahr bin ich mit meiner besten Freundin Low Budget durch Island gereist, hier meine Tipps:

1. Camping, Camping, Camping

Wildcampen ist in Island natürlich nicht drin und sollte auf keinen Fall gemacht werden. Dafür gibt es genügend Campingplätze, die nicht alle das beste Niveau haben. Kein Niveau = Supergünstig. Außerdem gibt es in Island eine Campingkarte, die für sehr viele Campingplätze im ganzen Land verwendbar ist. Mittlerweile kostet die Karte umgerechnet 150€, sie ist aber für 2 Erwachsene und 4 Kinder (bis 16 Jahre) gültig und kann für insgesamt 28 Nächte eingelöst werden. Wenn man zu zweit reist, zahlt sich das auf jeden Fall aus. Ein Hotel oder Hostel kostet pro Nacht gut 30€, daher sind 75€/Person für die gesamte Reise ein sehr gutes Angebot.

Am besten ist es jedoch, erst nach Reykjavík zu fahren und auf dem dortigen Campingplatz das schwarze Brett abzusuchen. Viele Reisende versuchen kurz vor dem Heimflug ihre Campingkarte spottbillig zu verkaufen und da sind oft noch mehr als 10 Nächte drin.

Marianne und ich sind von Reykjavík weiter nach Vík í Mýrdal und nach Kirkjubaejarklaustur gefahren. In Vík war es eine Wanderung lang schön, dann hatten wir über 48 Stunden heftigen Regenfall. Vík ist ein kleines Dorf genau zwischen der Bergseite und dem Meer, dort regnet es also die ganze Zeit rein, insbesondere auf den Campingplatz. Daher würde ich empfehlen, unbedingt ein gutes Zelt zu kaufen.

Beim Zeltkauf beachten

Nasses Zelt in Island

Die Wassersäule des Außenzeltes sollte mindestens 2000-3000mm betragen, die des Zeltbodens mindestens 3000mm.

Weiterlesen
Casual Spring Outfit: Fair & Vegan durch den Frühling

Das ist schon mit einem günstigen Zelt (ab 40€) möglich, aber wenn ihr die Wassersäule nicht beachtet, werdet ihr in Island einen nassen Hintern kriegen. Egal wie gut euer Zelt ist, ihr sollet es vor der Reise unbedingt mal aufbauen und gut imprägnieren.

Nur zur Info: Wir waren die einzigen, die den Zeltplatz in Vík nicht verlassen mussten. Am zweiten Tag kam es zwar schön langsam an der Seite feucht rein, das Problem kann man aber mit Aludecken abwenden. Solltet ihr, so wie wir, in die Steinwüste nach Landmannalaugar fahren, werdet ihr die Aludecke nicht bereuen. In der Nacht kühlt es dort noch stärker ab und der steinige Boden ist richtig kalt. Wenn ihr schon dicke Isomatten habt oder die ausleihen könnt, geht’s vielleicht auch ohne.

2. Günstig essen

Bónus: Isländische Supermarkttasche

Naja, in Island günstig essen, wird jetzt kein kulinarisches Highlight. Für eine Tagessuppe (=Tomatensuppe) im Café kann man schon 8€ hinblättern, dafür kann man sich aber auch so oft wie möglich nachschenken. Macht das bis euch schlecht wird! In größeren Städten sind wir nur zum Bónus gegangen, das ist sowas wie der isländische Hofer oder Lidl.

3. Rumfahren, Wandern, Trampen

Island gilt als super Land zum Trampen, wir haben das nur ein oder zwei Mal gemacht, aber wir haben von einigen Backpacker_innen gehört, die nur so gereist sind. Wenn man auf das persönliche Sicherheitsgefühl Wert legt, ist es vermutlich am Günstigsten ein Auto zu mieten. Wir sind mit dem Bus gereist, da wir beide keinen Führerschein hatten. Allerdings kommt man mit dieser Variante nicht überall hin. Das Öffi-Netz ist nicht vergleichbar mit dem gut ausgebauten österreichischen Bus- und Bahnnetz. Für Bustickets, den Ausflug nach Landmannalaugar (Steinwüste) und die Flugbusse haben wir pro Person rund 100€ bezahlt.

Weiterlesen
Winter Outfit: Zu allen Jahreszeiten fair

4. Keine teuren Watching-Touren buchen

Puffins in IslandVon Whale-Watching bis Puffin-Watching: Teure Touri-Touren kann man in Island an jeder Ecke buchen. Waltouren gelten sowieso als fragwürdig, muss denn wirklich jede_r Tourist_in in das Wohnzimmer der Wale fahren?

Aber Puffin-Touren sind wirklich rausgeschmissenes Geld! Wir hatten gleich bei unserer ersten Wanderung Glück und haben Puffins einfach nebenbei eintdeckt. Wenn man sich mangels Geld eh schon viel draußen aufhält, muss man nicht extra Geld für diese Touren raushauen.

Fazit

Island ist einfach kein günstiges Reiseziel. Die Flüge kosten im Sommer schon mal 400€, für Bustickets und Camping kommen auch nochmal ein paar Hunderter dazu. Eine Reise, die mit 800-900€ zu bewältigen ist, aber bei der man locker über die 1000er Grenze kommt. Wenn ihr es noch günstiger wollt und gut zu Fuß seid, dann macht die Langstreckentouren. Da seht ihr viel von der Natur und spart euch den Transport. Trotz allem ist Island natürlich ein Erlebnis und ich würde immer wieder dorthin reisen.

Das ist aufgrund der Entfernung und des CO2 Ausstoßes aber ohnehin nicht sinnvoll. Diesen Sommer war ich einfach nur ein paar Tage im Waldviertel: Das ist nicht nur für die Umwelt besser, sondern auch für mein Konto.


 



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.