Internet fetzt

Ich sollte jede Minute Latein lernen, um die Ergänzungsprüfung im März auch wirklich zu bestehen. Ich kann bei keinem Poetry Slam mitmachen, weil ich entweder Lateinkurs habe oder den Abend zum Lernen brauche. So, genug gejammert. Ich habe mich schließlich immer noch viel im Internet rumgetrieben. Das sind meine Lieblingslinks der vergangenen Woche!

Gefangene arbeiten für europäische Modelabels

Der ehemalige Privatdetektiv Peter Humphrey wird in China inhaftiert, weil er sich angeblich illegal Informationen über chinesische Staatsbürger beschaffen wollte. Zwei Jahre später wird er aus gesundheitlichen Gründen entlassen. Wieder zwei Jahre später berichtet er in der Financial Times von den Verpackungsteilen, die er gemeinsam mit anderen Häftlingen für westliche Modefirmen herstellen musste. Darunter Marken wie H&M und C&A, die sich ja seit Rana Plaza bemühen, ihre soziale Verantwortung zu betonen.

Die beiden Modehäuser haben bereits angekündigt, Untersuchungen in die Wege zu leiten und die Lieferkette zu kontrollieren. Zwangsarbeit in chinesischen Gefängnissen gilt als offiziell abgeschafft. Es wäre eine Art der Schuldknechtschaft, für die die Häftlinge sehr wenig Geld bekommen. Bleibt die Frage, ob die Vorwürfe tatsächlich einen wahren Kern haben?

Laut Standard Artikel ist das auf jeden Fall möglich:

Für Bernd Hinzmann vom entwicklungspolitischen Netzwerk Inkota ist der Bericht des Briten dennoch ernst zu nehmen. „Es ist nicht selten, dass Gefangene in Gefängnissen in China für verschiedene Firmen arbeiten müssen. Man muss dem Vorwurf deshalb nachgehen“, meint er.

Das nachhaltige Leben ist außergewöhnlich

Ich habe die Erfahrung selbst gemacht: Der Versuch nachhaltig zu leben wird von vielen positiv gesehen, aber trotzdem führt der nächste Weg zu Primark, weil man sich das „selbst nicht vorstellen kann“. Auf peppermynta.de ist ein guter Beitrag darüber erschienen, warum nachhaltiges Leben gar nicht so schwer ist.

Wir wissen das alles, dennoch erscheint uns ein T-Shirt, dass unter fairen Bedingungen aus Bio-Baumwolle oder der regenerativen Zellulosefaser Modal hergestellt wurde und 30 Euro kostet, im ersten Moment »ganz schön teuer.« (…) Dabei verhält es sich bei genauerem hinsehen so, dass das vermeintliche Schnäppchen einen teuer zu stehen kommt. Nicht nur den Konsumenten selbst, sondern auch Mitmenschen und Umwelt.

Nachhaltig zu leben ist gar nicht so schwer

Justine hat auf ihrem Blog ebenfalls dieses Thema aufgegriffen, nur mit deutlich mehr Wut im Bauch. Sie fragt sich, seit wann es alternativ ist, bio, fair und nachhaltig einzukaufen? Seit wann ist das nicht mehr normal? Ein guter Beitrag, der einfach mal klipp und klar sagt, was nicht okay ist auf unserer Welt.

Wisst ihr, was auch normal ist? Sneaker für 500€ kaufen aber kein Geld für regionales Biogemüse haben, um die Bauern zu unterstützen und deiner Gesundheit was gutes zu tun. Come on bro, nicht dein Ernst?

In der Hölle eingeschlossen

Er ist 15, er ist auf Instagram und Twitter, er will später Journalist werden. Das klingt erstmal wie die gewöhnliche Bio eines Jungen, würde es sich dabei nicht um Muhammad Najem handeln. Er lebt direkt in der Hölle, ist gerne auf Social Media und wird absichtlich bombardiert. Wenn er kurz aus dem Keller rausgeht, läuft er in Gefahr, selbst getötet zu werden oder die leblosen Körper seiner Freunde zu finden. Die Berichterstattung von Muhammad Najem aus Ost-Ghouta ist hart, die Bilder schockieren und das absichtlich.

We know that you got bored from our blood pictures, but we will continue appealing to you.

Den Artikel von jetzt.de könnt ihr lesen ohne Gefahr zu laufen, schockierende Bilder zu sehen. Ich verstehe, wenn man sich solche Fotos einfach nicht ansehen will oder kann.



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