Jahresvorsätze: Ich bin nur was wert, wenn ich viel leiste

Ein paar Tage nach Weihnachten und kurz vor Silvester geht es los: Rundherum schreiben alle Listen mit Vorsätzen für das kommende Jahr. Kann man Jahresvorsätze überhaupt einhalten oder macht das Leben ohnehin, was es will?

Was ich mir vorgenommen habe

Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal gute Vorsätze aufgeschrieben. Ich wollte am Ende des Jahres vergleichen, was ich wirklich geschafft habe und mich fertig machen, wenn etwas nicht gelungen ist. Denn das ist doch der einzig wahre Grund für Vorsatz-Listen: Wir wollen uns fertig machen, wenn wir unproduktiv sind. Wir sind nur so viel wert, wie wir leisten. Eine schwachsinnige Formel, die uns schon seit Schulzeiten eingebläut wird. Es gibt keine Zeit, um krank oder schwach zu sein. Das wäre ja verschwendete Zeit, in der wir arbeiten, Geld verdienen oder lernen könnten. So funktionieren wir, so sind wir programmiert.

Dabei sollten wir nicht allzu viel auf diese kapitalistische Formel halten. Das Leben schreibt seine eigenen Geschichten, Schicksalsschläge kommen, Lebensumstände ändern sich: Es ist quasi unmöglich, alle Vorsätze einzuhalten. Bestenfalls können sie als kleine Motivation dienen.

Was ich wirklich geschafft habe

Ganz ehrlich, wenn ich mir meine Liste ansehe, ärgere ich mich schon ein bisschen. Gut, das mit dem Blog launchen und Beiträge schreiben habe ich geschafft. Mitte Februar ging fairfetzt.com endlich online, mittlerweile habe ich 28 Beiträge geschrieben, über 900 Fans auf Facebook und an die 250 auf Instagram. Damit bin ich sehr zufrieden, denn es zeigt, dass faire Mode die Menschen beschäftigt. Die anderen Dinge habe ich aber so gut wie gar nicht erfüllt. Besonders Nummer 9 macht mich traurig. Ich habe meine Nichten nicht öfter besucht, vielleicht sogar noch weniger als vorher. Ich habe keinen Französisch-, Dänisch- oder Isländischkurs gemacht. Ha, aber #4 Niederländisch lernen habe ich erfüllt! Nummer 8 auch, denn seit der Fastenzeit bin ich Vegetarierin.

Es steht also 3:7. Sieben Dinge von meiner Liste habe ich einfach nicht geschafft, dafür aber viele andere Sachen, die gar nicht auf der Liste stehen. Ich habe einen neuen Job bekommen, der mir besser gefällt; habe wieder mit Poetry Slam begonnen, was mir ja noch viel besser gefällt! Das alles hat sich im Laufe des Jahres einfach entwickelt und tja, ich hätte es nicht aufschreiben können. War 2017 also ein Misserfolg, weil ich viele Dinge nicht erledigt habe? Definitiv nicht!

Was ich mir heuer vornehmen werde

Auf meiner Liste sollten definitiv mehr familienbezogene Vorsätze stehen. Schließlich war letztes Jahr nur ein Vorsatz familienbezogen und nicht mal den habe ich erfüllt! Mal schauen, wie sich das Jahr 2018 entwickelt, aber definitiv sollte ich mich von Jahresvorsätzen nicht mehr unter Druck setzen lassen!

 


Foto: Marianne Hofbauer



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